0501 Porto Alegre – Viaduto da Conceição

Soziale Architektur und Umnutzung eines urbanen Infrastrukturbauwerks in Porto Alegre, Brasilien
Das Projekt Viaduto da Conceição wurde für obdachlose Papeleiros (Papiersammler) in Porto Alegre entwickelt. Der Standort befindet sich unter dem Viaduto da Conceição, einer stark befahrenen Schnellstrassenbrücke im Stadtzentrum. Dauerhafter Verkehrslärm, fehlende soziale Kontrolle sowie Drogenkonsum und Kriminalität führten über Jahre zu einer geringen Akzeptanz und Nutzung dieses urbanen Zwischenraums.
Urbane Aktivierung unter dem Viadukt

Der Entwurf setzt auf eine architektonische und soziale Aktivierung des öffentlichen Raums unter der Infrastruktur. Zwischen den Trägern des Viadukts wird ein gespanntes Netzgewebe installiert, das als Schutz vor herabfallenden Gegenständen dient. Mit der Zeit wird dieses Netz von Pflanzen überwachsen und bildet eine dichte, vertikale Grünstruktur, die Lärm reduziert und die Atmosphäre des Ortes verbessert.
Wohnen und Arbeiten für Papiersammler
Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind 30 modulare Wohneinheiten, die dauerhaft bewohnt werden. Durch diese kontinuierliche Präsenz entsteht soziale Kontrolle, wodurch die Sicherheit und Nutzbarkeit des öffentlichen Raums deutlich erhöht wird.

Ein mobiler Küchencontainer fungiert als Kantine und Treffpunkt für die Bewohner und die Gemeinschaft der Papeleiros.
Recycling, Markt und Kulturraum
Im Zentrum der Anlage entsteht ein Mehrzweckraum direkt unter dem Viadukt. Dieser Raum verbindet Recycling, Produktion und Öffentlichkeit:
- Unter der Woche wird hier gesammeltes Papier sortiert, recycelt und neu geschöpft.
- Die Produkte können direkt vor Ort verkauft werden.
- Am Wochenende verwandelt sich der Raum flexibel in Kino, Theater oder Versammlungsraum.

So entsteht ein sozialer und wirtschaftlicher Kreislauf, der Arbeit, Wohnen und Öffentlichkeit miteinander verbindet.
Architekturkonzept

Das Projekt kombiniert Neubau, Szenografie und Umnutzung bestehender Infrastruktur. Ziel ist es, einen zuvor marginalisierten Stadtraum in einen lebendigen sozialen Ort zu transformieren, der ökologische, ökonomische und kulturelle Funktionen vereint.
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